Die Beiratssitzung des Schützenverbandes vom 14.10.2009

Die Beiratssitzung des Schützenverbandes vom 14.10.2009



Die Beiratssitzung des Schützenverbandes Hamburg und Umgegend begann mit einer Nachlese. Die schreckliche Tat von Winnenden und die daraus resultierende Waffenrechtsnovelle hatte im vergangenen halben Jahr den größten Teil  der Aufmerksamkeit und Arbeitszeit des Präsidium und der beteiligten Referenten in Anspruch genommen: „Es war ein Ausnahmezustand. Viele von uns hatten ihre reguläre Arbeit tageweise Ruhen lassen, um dem Thema überhaupt gerecht werden zu können“, erklärt Lars Bathke.

Ein Brief des Präsidiums im Vorfeld des Domumzuges hatte für einigen Wirbel bei den angesprochenen Vereinen gesorgt: „Der Brief war ein Hilferuf“, erklärt Präsident Lars Bathke, „wir wollten niemanden brüskieren aber doch deutlich machen, dass der Traditionsbereich immer weniger Unterstützung findet. Wenn wir nicht gemeinsam gegensteuern und uns zusammen engagieren, ist die Tradition zum Sterben verurteilt“. Ein Lichtblick: Am Domumzug in diesem Jahr haben 500 zusätzliche Mitglieder aus Schützen- und Trachtenvereinen teilgenommen. Das Ausschießen des ersten Domkönigs wurde durchweg positiv bewertet und wird im kommenden Jahr wieder stattfinden.


Ein weitere kritischer Punkt für das Präsidium: Die sehr geringe Teilnahme der Vereine an der  zweiten Veranstaltung zum Thema Waffenrecht unter der Moderation von DSB Vizepräsident Jürgen Kohlheim im Bürgerhaus Wilhelmsburg am 7. September: „Bei der Veranstaltung im Landhaus Jägerhof mit 200 Teilnehmern wurde von den Anwesenden eine weitere Diskussion mit örtlichen Politikern gefordert, um der geplanten Verschärfung des Waffengesetzes entgegen zu wirken. Doch nur rund 80 Vereinsvertreter fanden sich dann zu der Veranstaltung ein, das ist peinlich“.

Dass die Waffenbesitzer sich in der Sicherheit wähnen, die Verschärfung des Waffengesetzes sei abgeschlossen und würde einen Großteil der Schützen nicht betreffen: „Ist eine Illusion, da trügt der Schein gewaltig“, erklärte Thomas Glawe, Waffenrechtsexperte des Landesverbandes. Zukünftig würden die Fachverbände vor Gesetzesgebungen angehört, Rechte ließen sich aus dieser politischen Zusage jedoch nicht ableiten. Und über den Faktor Kosten werde beispielsweise versucht das Interesse an Waffen zu reduzieren, in dem immer Kosten intensivere Aufbewahrungsmaßnahmen realisiert werden müssen. 

Von einem Rückgang in der Beteiligung und Interesse hatte auch Jugendleiter Sigfried Vornekahl zu berichten: Zum sehr gelungenen Landesjugendtag hatten nur 15 von 146 Vereinen ihre Delegierten – 48 von 284 möglichen -  entsandt, um die Interessen der Jugend wahrzunehmen: „Das ist sehr bedauerlich und unverständlich“, erklärte Sigfried Vornekahl, schließlich gehe es um die Belange von rund 2.400 jugendlichen Mitgliedern im Schützenverband Hamburg. Die neue Jugendordnung wurde einstimmig angenommen. Im Amt bestätigt wurde von den Delegierten Sigfried Vornekahl (Landesjugendleiter), außerdem wurden gewählt: Daniel Schubach (Landesjugendsprecher), Sebastian Viets (stv. Landesjugendsprecher),  Dorothee Kröger (Landesjugendsprecherin), Nina Richter (stv. Landesjugendsprecherin). Der nächste Landesjugendtag findet 2011 im Schützenkreis Sachsenwald statt. Ein Datum – sonst stets im September – könne noch nicht genannt werden, da Hamburg 2011 auch der Ausrichter des Bundesjugendtages sein wird, der traditionell ebenfalls im September stattfindet.

Sigfried Vornekahl bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei Kreisjugendleiter Jürgen Schumacher für die hervorragende Organisation des Landesjugendtages.

Weiterhin problematisch gestaltet sich das Thema Mitgliederausweis und Sportbetriebsdatenbank. Es wird auf lange Sicht eine Klärung geben. Der Landesverband wird im Hinblick auf die Verantwortung für die Kosten aber keiner „voreiligen“ Lösung zustimmen.

Die neue Internetseite des Landesverbandes befindet sich noch im Aufbau. Im Normalfall dauert es ein Jahr, bis alle Fehler ausgeräumt sind und eine Seite solchen Umfanges den Erfordernissen optimal angepasst sein kann. Konstruktive Verbesserungsvorschläge können jederzeit an die Geschäftsstelle mitgeteilt werden.

Astrid Külper
(Landespressereferentin)



Veröffentlicht am
11:02:58 26.10.2009