Wie geht es unseren Kindern heute? Es gibt eine steigende Zahl von Kindern, die Auffälligkeiten im Verhalten und auch in der Motorik zeigen. An vielen Schulen wird eine zunehmende Unruhe im Unterricht festgestellt und im Sportunterricht zeigen sich Auswirkungen von Bewegungsverarmung durch eine Zunahme von motorischen Problemen vieler Schüler. Die Zahl der übergewichtigen Kinder steigt und die Schüler selbst klagen zunehmend über muskuläre Verspannungen im Bereich des Rückens, der Schultern und des Nackens einhergehend mit der verstärkten Neigung zu Kopfschmerzen. Bei sich selbst stellen viele Kinder ein erhöhtes Maß an Nervosität und Aggressionsbereitschaft fest.
Und hier gibt es eine Sportart, die mit ihren vielen unterschiedlichen Disziplinen genau bei dieser vielschichtigen Problematik Abhilfe schaffen kann: Der Schießsport mit seinem ausgeprägt integrativen Charakter. Der integrative Wert des Sports zeigt sich besonders für Kinder, die aufgrund ihrer motorischen Defizite sonst sportlich kaum mithalten können. Der Erfolg im Schießen ist anfangs weitgehend unabhängig von konstitutionellen Voraussetzungen. Im Verlauf des Trainings werden aber zunehmend höhere Ansprüche an die koordinativen Fähigkeiten und den Einsatz der Feinmotorik gestellt. Außerdem wird die Oberkörpermuskulatur im besonderen Maße aufgebaut und stabilisiert. Hinzu kommt der deutlich positive Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit und das Sozialverhalten: Spielerisch können den Schülern wichtige Werte wie Rücksichtnahme und Disziplin vermittelt werden.
Wer in den Schießsport einsteigen möchte, braucht also keine besonderen körperlichen Voraussetzungen mitzubringen. Wen dann aber der Ehrgeiz packt, der merkt schnell, dass es im Schießsport um viel mehr als ruhig Stehen und „Rumballern“ geht. Ein ruhiger Stand in vollkommener Konzentration ist das Ergebnis vieler Stunden harten mentalen auch vor allem auch körperlichen Trainings. Ein Turnier mit seinen hohen Anforderungen an die Konzentration und Kondition erfordern eine gute Vorbereitung. So entfallen im Training nur ungefähr 50 % auf das Schießen, mindestens genau so oft müssen Kondition, Beweglichkeit und Kraft trainiert werden.
Und wer später einmal auf Weltklasse-Niveau schießen will, wie es unsere hanseatischen Spitzensportler immer wieder unter Beweis stellen, muss all seine motorischen, mentalen und koordinativen Fähigkeiten auf einem hohen Niveau trainiert und stabilisiert haben. Und damit beantwortet sich eine Frage, die in der jüngsten Vergangenheit immer wieder gestellt wird auch ganz von alleine: Sollten schon Kinder und Jugendliche mit dem Bogen oder einer Schusswaffe Sport ausüben? JA ! Denn nur wer in frühen Jahren beginnt, seinen Körper an die Herausforderungen des Sports zu gewöhnen, wird es auch ganz oben aufs Treppchen schaffen.
In den Landesjugendkadern werden Hamburgs Nachwuchstalente gezielt gefördert und lernen die Anforderungen, die sie auf nationalen und internationalen Turnieren erwarten, kennen. Die Landestrainer der unterschiedlichen Disziplinen in der Jugendarbeit legen den Grundstein, um die Nachwuchs-Schützen in den Kadern auf eine mögliche Zukunft in der Nationalmannschaft vorzubereiten.